Platz

Das Leben in Vietnam ist eng. Das zeigt sich überall: Straßen voller Mopeds, Fußgänger laufen auf der Straße, weil Gehwege mit Garküchen, Geschäften und parkenden Mopeds besetzt sind, mehrere Generationen, die in einem kleinen Haus leben und Liebespaare, die zum Händchen halten in den Park flüchten müssen. Abends werden kleine Geschäfte zum Platz für das Familienessen umgebaut. In der edlen Variante bedeutet das, dass auf der Glasvitrine mit Kameras abends der Reiskocher steht und für sechs Personen gedeckt ist. Am Flughafen werden Warteplätze manchmal sogar doppelt besetzt. Kaum rücke ich auf meinem Platz etwas zur Stuhlkante, wird hinter mich schon ein Kind gesetzt. Personal Space im Zentimeterbereich. Im Studium, Workshops und Co habe ich das mit dem engeren Umgang mit Raum zig mal gehört, wenn sich im Schneiderladen die Angestellte (ich sitzend, sie stehend) minutenlang mit ihrem Ellenbogen auf meiner Schulter abstützt wie bei einer guten Freundin, ist es trotzdem nicht leicht, nicht zurück zucken und es einfach als Zeichen von Sympathie zu werten. Es war schwer, aber ich hab’s geschafft und die Angestellte hat mir noch eine Bluse mehr als geplant aufgeschwatzt 😉

Straße in Hanoi
Straße in Hanoi

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